Schwarzer Tourismus

Schwarzer Tourismus

Schwarzer Tourismus beschreibt eine Art des Reisens, bei der in erster Linie die Schaulust im Vordergrund steht. Schwarze Touristen reisen etwa zu Katastrophenschauplätzen oder Kriegsorten. Beliebte Reiseziele sind dabei etwa das stillgelegte Atomkraftwerk in Tschernobyl, Konzentrationslager, ehemalige Sklavenplantagen oder auch die Tunnel von Củ Chi bei Ho-Chi-Minh-Stadt.

Warum werden Menschen zu schwarzen Touristen?

Psychologen gehen davon aus, dass es sich bei schwarzen Touristen hauptsächlich um Menschen handelt, die nach Sensationen dürsten. Manche stellen die Theorie auf, dass es dafür erbliche Komponenten geben würde. Auch handle es sich bei dieser Art Touristen hauptsächlich um junge Männer in der Pubertät bis zum Alter von 25 Jahren, die einen erhöhten Testosteron-Spiegel haben, also risikobereit sind. Es geht dabei häufig um das Verspüren des sogenannten „Kicks“.

Bekanntheitsgrad von schwarzem Tourismus

Der Anstieg von schwarzem Tourismus in den letzten Jahren steht unbestreitbar im Zusammenhang mit der Verbreitung sozialer Medien. TV-Serien wie die Netflix-Serie Dark Tourist oder berühmte schwarze Touristen auf der Plattform Instagram, die zehntausende Follower haben, förderten die Verbreitung dieser Reiseform. Junge Menschen möchten häufig aus der Masse herausstechen und auffallen. Da dies aufgrund der Globalisierung immer schwieriger wird, greifen sie zu drastischen Maßnahmen und begeben sich dadurch häufig in Gefahr.

Eine Frage der Moral

Die Entscheidung, ob eine Reise im Sinne des schwarzen Tourismus angetreten werden soll, ist häufig eine Frage der eigenen Moral, denn häufig ist diese Reiseform gesetzlich nicht verboten, sodass die Verantwortlichkeit des eigenen Handelns allein beim Reisenden liegt. Wichtig ist in jedem Fall ein respektvolles Verhalten, dazu gehört unbedingt auch, zunächst (oder am besten komplett) die Kameras in den Taschen zu lassen und den Eindruck auf sich wirken zu lassen. Dann kann eine solche Reise durchaus auch lehrreich sein.

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